Gemeinschaftspastor Jürgen Wesselhöft

Andacht April

Jesus spricht zu Thomas: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Johannes 20, 29

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!“ Mit diesem Gruß der alten Kirche begegnen sich Christen am Ostermorgen. Es gibt wohl nichts, was schöner sein kann. Jesus lebt! Er macht alles neu! Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort, sondern das Leben. Jesus hat den Tod besiegt. Ein wunderschönes Wort der Zuversicht und der Hoffnung; denn jetzt steht alles, was wir erleben, unter einem neuen Vorzeichen.
Thomas, der Jünger von Jesus, stammelt ein anderes Wort: „Mein Herr und mein Gott.“ Auch darin liegt alles. Ein Eingeständnis, dass es nun mit seinem Leben anders laufen wird, denn nun hat er einen Herrn über und bei sich. Eine neue Hoffnung, die ihn trägt in allen Situationen seines Lebens, auch wenn es hart wird. Ein Bekenntnis, dass nun niemand anderes mehr die Nummer eins in seinem Leben sein soll.
Ja, Thomas hat etwas länger gebraucht, um das zu erkennen – ja und? Er hatte Zweifel – und die aus seiner Sicht zu Recht. Er war sich nicht sicher, ob er den anderen Jüngern glauben sollte – und beginnt zu glauben, als er dem auferstandenen Herrn begegnet.
Er hat seinen Zweifel nicht konserviert, wie es manche mache. Manchmal empfinde ich es so, dass mit Zweifeln kokettiert wird. Dass man sich auf eine elegante Weise der Begegnung mit Jesus entzieht. Vielleicht ist da auch eine Ahnung, dass sich etwas (alles) ändert, wenn Jesus in mein Leben tritt.
Aber wer inmitten seiner Zweifel sich dem Evangelium öffnet, sich Jesus öffnet, der und die wir Neus erleben. Wie ein Bekannter von mir sagte: „Und dann passierten Sachen in meinem Leben, die nicht mal ich wegdiskutieren konnte.“ Und dann wurde dieser große Skeptiker Christ. So ist Jesus – er tritt Menschen in den Weg, er klopft im Leben an, er schickt mir Menschen – und ich beginne zu glauben.
„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“

Jürgen Wesselhöft