
Gemeinschaftspastor Jürgen Wesselhöft
Andacht Mai
„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“ Hebräer 6, 19
In Dithmarschen kennen wir etwas von der Seefahrt. Wir wissen: Schiffe brauchen einen Anker. Will ein Schiff auf offener See festmachen, wird der Anker ausgeworfen. Dieser sorgt dafür, dass das Schiff von Strömung und Wind nicht abgetrieben wird, sondern eine stabile Lage behält. Teile des Ankers graben sich im Boden des Gewässers ein. Weil das Schiff durch eine starke Kette mit seinem Anker verbunden ist, hat er selbst in stürmischer See einen festen Halt.
Die Empfänger des Hebräerbriefes fühlten sich wie auf stürmischer See. Die Wogen schlagen hoch. Der Wind bläst eiskalt. Sie werden hart bedrängt, weil sie sich zu Jesus bekennen.
Wo finden wir Halt im Leben? Wo soll sich der „Anker unserer Seele“ eingraben? Vielleicht sieht man auch kein Land mehr, weil man selbst wie ein schwankendes Schiff ist, das keine Ruhe und Verankerung findet.
Wie gut, dass wir in der Bibel von einer sicheren Verankerung hören. „Wir halten die angebotene Hoffnung als einen sicheren und festen Anker unserer Seele fest.“ Unser Lebensanker kann sich gerade in bedrohter Zeit nur auf das gründen, was Gott zugesagt hat. Unsere Hoffnung ist Gott selbst mit seinen Verheißungen. Nur bei ihm findet sich unser Lebensanker auf festem Grund. Nichts auf der Welt ist so verlässlich, wie das, was Gott uns verspricht. Wir erleben, was Jesus sagt, das stimmt. Das bestätigt sich Tag um Tag. Darauf kann man sich verlassen.
So wird uns eine Hoffnung angeboten, die einem festen und sicheren Anker gleicht. So wichtig und hilfreich Freunde und Freundinnen sind, bei denen wir Halt finden – auch sie können überfordert sein.
Wie gut, dass wir eine Hoffnung haben, die außerhalb von uns ist, die nicht steht und fällt mit menschlichen Möglichkeiten. Bei Gott haben wir den sicheren Halt, bei ihm können wir vor Anker gehen, wenn uns die täglichen Strömungen zusetzen wollen. Deshalb können wir unseren Anker im Gebet zu Gott werfen.
